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Academy Award 2005 - BEGRÜSSUNG

thg-Geschäftsführer Joseph Faymonville hob in seiner Begrüssungsansprache das Interesse der Unternehmer an gut ausgebildeten Fachkräften hervor:

Meine sehr verehrten Damen,
sehr geehrte Herren,
liebe Schülerinnen und Schüler!

Wohl kaum jemand wird es als ungewöhnlich ansehen, daß ein Unternehmen sich Gedanken macht über den Bildungsstand und die Kenntnisse seiner Mitarbeiter von heute und - mehr noch - von morgen. Wer uns kennt, der weiß, daß wir Dinge hinterfragen, und dazu gehört ganz sicherlich auch die allgemeine Bildung der nächsten Generation. Das gehört zu unserem Naturell ... und zu unserem Beruf.

Es geschieht allerdings nicht jeden Tag, daß ein Unternehmen einen Wettbewerb ausschreibt, um Schülerinnen und Schüler für gute Lern- und Arbeitsleistung zu belohnen. Deshalb ist die Frage legitim, wie wir als Treuhand überhaupt auf diese Idee des Academy Awards gekommen sind.


Der Gedanke dazu kam uns schon vor längerer Zeit, als wir im Rahmen einer Teambesprechung auf das Thema „Leistungsbereitschaft unserer Jugend“ zu sprechen kamen. Eigentlich ging es dabei in erster Linie um unser berufliches Umfeld, aber sehr schnell waren wir uns darüber im Klaren, daß die Freude an der Leistung viel früher ansetzen muss. Doch wie bei vielen Dingen im Leben: "Gut Ding will Weile haben" und so wurde es Februar dieses Jahres ehe aus der Idee ein Projekt wurde.

Obgleich wir uns der Tatsache bewusst waren, dass schon 6 Monate seit Schulbeginn verstrichen waren, wurden im März Kontakte zu den drei St. Vither Schulen Maria Goretti Institut, Bischöfliche Schule und Kgl. Athenäum geknüpft und erste informative Treffen organisiert.  Der Grundstein zum ersten Academy Award war gelegt.

Als wir in den nachfolgenden Wochen mit einigen unserer Geschäftspartnern über das Thema Lernbegeisterung und unsere Idee des Academy Awards sprachen, war das Echo äußerst positiv, so daß wir uns in unserer Idee bestärkt sahen. Auch die Schüler und Lehrer bestätigten uns im Nachhinein, weil uns mehrmals angedeutet wurde, dass bei einem früheren Bekanntwerden des Projektes sich die Schüler noch intensiver auf ihre Endarbeit konzentriert hätten. Daraus können wir nur folgern, daß sich Lernbegeisterung noch erheblich fördern lässt.

Warum ein Award?
Als Unternehmer sind wir nicht nur „Nachfrager“ nach den Fähigkeiten und der Ausbildung unserer Mitarbeiter, wir verspüren auch gewissermaßen eine Pflicht, einen Beitrag für die Kontinuität in der Bildung zu leisten.

Nur mit einer guten Ausbildung sind die Herausforderungen der Zukunft zu meistern und Arbeitsplätze auf Dauer zu sichern.

Leider kommen wir nicht umhin, in unserer heutigen Gesellschaft eine gewisse Lern- und Leistungsmüdigkeit festzustellen.  Auf der einen Seite geht die Bereitschaft zur Leistung zurück, wobei gleichzeitig die Anforderungen des Arbeitsmarktes immer größer werden. Dem gilt es entgegen zu wirken, soziale Verantwortung zu übernehmen und ein Zeichen zu setzen.

Wir maßen uns nicht an mit diesem Wettbewerb unsere Gesellschaft verändern zu wollen, das wäre wohl zu hoch gegriffen, doch wir möchten Akzente setzen, eine Motivation in den Raum stellen und wir möchten beweisen, daß die Schüler von heute sich noch für das Lernen begeistern können und in der Lage sind, hochgesteckte Erwartungen zu erfüllen.

Und genau das ist der Hintergrund dieses Wettbewerbs: Lernbegeisterung zu fördern, und zwar nicht nur mit Worten zu fördern, sondern sie auch mit hochwertigen und attraktiven Preisen zu belohnen. Lernen soll Freude machen, darf oder ehrlicher gesagt: m u ß  aber ebenfalls mit  Leistung verbunden sein.  Leistung bringt Erfolg und Erfolg, in welcher Gestalt auch immer, ist für Jeden von uns von großer Bedeutung.

Warum ist Lernen so wichtig?
Bildung ist nach meiner Auffassung schon ein Wert an sich, man kann jedoch darüber hinaus mit relativ genauen Schätzungen angeben, welchen Vorteil etwa eine Hochschulausbildung hat. Wie aus OECD- und anderen Studien zu sehen ist, beträgt die gesamte Bildungsrendite einer Hochschulausbildung, gemessen am höheren Einkommen und der geringeren Wahrscheinlichkeit arbeitslos zu werden, immerhin zwischen 8 und 17%. Insbesondere ist in Belgien für einen Hochschulabsolventen die Wahrscheinlichkeit arbeitslos zu werden 4 mal geringer ist als bei einem Schüler, der die höhere Sekundarstufe nicht beendet hat.  Es gibt also handfeste Vorteile, in seine eigene Bildung zu investieren. Hierbei ist jedoch ganz klar zu betonen, daß eine Fachausbildung auch ohne Hochschulabschluss einen enorm hohen Stellenwert hat.

Ungeachtet dessen müssen wir feststellen, dass wir in einer Gesellschaft leben, in der die Halbwertzeit von Informationen äußerst kurz ist. Durch die Medien und ganz speziell das Internet ist der Zugriff auf Wissen so einfach wie nie zuvor. Das bedeutet aber auch, dass es in Zukunft immer wichtiger sein wird, diese Fülle an Informationen zu bewältigen, zu überprüfen und zu verarbeiten. Und auch dieses Bewältigen und Verarbeiten hat mit Lernen zu tun.

Allerdings sollten wir im Auge behalten, daß nicht jede Information, die über die Medien und das Internet zu uns gelangt, auch korrekt und wissenschaftlich fundiert ist. Und im Rahmen einer Endarbeit sollte auch das gute alte Buch eher mehr als weniger zu Rate gezogen werden, weil es in der Regel fundierter und umfassender ist.

Es gehört zum Auftrag einer jeden Schule, Wissen nicht nur zu vermitteln, sondern auch den Umgang mit demselben zu lehren. Dazu sind nicht nur die Rahmenbedingungen in der Schule und im Unterrichtswesen im Allgemeinen von großer Wichtigkeit, auch sind hier die Lehrer gefordert, mit Engagement, mit Fachwissen und manchmal auch mit dem nötigen Quäntchen Psychologie an die Sache heran zu gehen.

Und gerade das Engagement der Lehrer, welches uns nicht nur von den Direktoren, sondern auch von einigen Schülern bestätigt wurde, hat uns in diesem Projekt begeistert. Und wer könnte einem Schüler Begeisterung für das Lernen wohl besser vermitteln als ein begeisterter Lehrer.

Aber auch wir waren begeistert - begeistert von den uns vorlegten Endarbeiten. Wir haben interessante Themen gelesen, sind Schülern begegnet, die viel Arbeit in ihr Projekt gesteckt hatten und haben engagierte Präsentationen gehört.

Haben Sie sich zum Beispiel schon mal die Frage gestellt, ob man den Nordirlandkonflikt mit Recht als religiöse Auseinandersetzung bezeichnen kann?

Oder wussten Sie schon, daß 2 Gläser Wein pro Tag die Intelligenz steigern können ... sehr kleine Mengen Alkohol jedoch schon schädigend für die Entwicklung eines Embryos sein können?

Sind Ihnen schon an Trisomie 21 erkrankte Menschen begegnet? Wenn nicht, dann nennen Sie diese Krankheit wahrscheinlich noch immer Mongolismus, obgleich diese Bezeichnung schon im Jahre 1965 von der Weltgesundheitsorganisation abgeschafft wurde.

Solche und andere interessante Themen sind uns begegnet und haben uns von der Leistungsbereitschaft der Schüler überzeugt. Wir hoffen, daß wir durch die Ausschreibung des Treuhand Academy Award einen kleinen Stein in den See werfen konnten, der nach und nach bei Schülern, Lehrern und Direktoren weitere Kreise zieht.

Wirtschaft fördert Lernbegeisterung - dieses Motto wird uns auch weiterhin begleiten!


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