Grenz-Echo 4.7.2005
Erstmals vergab die St.Vither »Treuhand Academy« ihre Awards Lernbegeisterung der Schüler mit Förderpreis belohnt
Von Herbert Simon, St.Vith
Mit wertvollen Sachpreisen belohnte am vergangenen Freitagabend die »Treuhand Academy« in St.Vith verdienstvolle Abiturienten.
Hierbei handelte es sich um eine Privatinitiative der Treuhandgesellschaft (THG)-Gruppe St.Vith. Das Steuer- und Betriebsberatungsunternehmen, das in sechs Standorten in Belgien und Luxemburg insgesamt 70 Mitarbeiter beschäftigt, hatte im Frühjahr erstmals diesen »Förderpreis für Lernbegeisterung« ausgeschrieben: Mit dem »Academy Award« sollten die Autoren der besten Endarbeiten an den drei St.Vither Mittelschulen Bischöfliche Schule (BS), Maria-Goretti-Institut (MG) und Kgl. Athenäum ausgezeichnet werden. Das Motto lautete: »Wirtschaft fördert Lernbegeisterung«.
Die feierliche Preisverteilung fand am Freitagabend im »Green House« in St.Vith statt. Hierzu hatte die »Treuhand Academy« die Laureaten und deren Familien sowie viele Vertreter der Wirtschaft, des Unterrichtswesens und des öffentlichen Lebens eingeladen.
THG-Geschäftsführer Joseph Faymonville erläuterte den Gästen die Entstehungsgeschichte des Wettbewerbs, bei dem die Erstplatzierten übrigens mit einem Business-Notebook ausgezeichnet wurden. Es liege in der Natur der Sache, wenn ein Unternehmen wie die Treuhandgesellschaft hinterfrage, wie es um die allgemeine Bildung der nächsten Generation bestellt sei, so der Redner.
Zeichen setzen
Jedenfalls wolle man mit dem »Academy Award« ein Zeichen setzen. Der Preis sollte auf die Schüler motivierend wirken und einer leider festzustellenden »Lern- und Leistungsmüdigkeit in unserer Gesellschaft« entgegenwirken, laute der Grundgedanke: »Wir verspüren eine Pflicht, sich für die Kontinuität der Ausbildung einzusetzen«. Wohlwissend, dass ein Hochschul- oder Fachabschluss den Absolventen die besten Chancen auf dem Arbeitsmarkt eröffne.
Der Wettbewerb richtete sich, wie gesagt, an die Schülerinnen und Schüler der diesjährigen Mittelschul-Abschlussklassen in St.Vith. Den Schulen oblag es, jeweils drei Kandidaten für den »Academy Award« zu benennen. Diese reichten ihre Endarbeiten bei der »Treuhand Academy« ein.
Bewertungskriterien
Eine Fachjury, bestehend aus Joseph Faymonville, Kurt Leinen, Erwin Schröder, Daniel Weinbrenner und Harald Mathie, ermittelte die Preisträger: Sie begutachtete die ihnen unterbreiteten Werke und empfingen die Bewerber zu einer abschließenden Anhörung. Als Bewertungskriterien galten eine fundierte Recherche, ein strukturierter Aufbau sowie eine möglichst professionelle Präsentation und eine überzeugende Verteidigung vor den Juroren.
Bevor die »Academy Awards« überreicht wurden, bekräftigte der - übrigens scheidende - Direktor der MG, Helmuth Jousten, auch stellvertretend für seine Schulleiterkollegen, dass für die betreffenden Schüler die »persönliche Genugtuung« über eine gelungene Endarbeit zum Abschluss der Mittelschule wohl die »wichtigste Belohnung« sei, bevor sie zusätzlich für ihre Leistung mit attraktiven Preisen bedacht würden. Der Redner brach zudem eine Lanze für die Jugend: »Viele sind noch leistungsbereit«.
Bildungskampagne
Für den verhinderten Unterrichtsminister Oliver Paasch beglückwünschte dessen Kabinettschef Josef Dries die THG-Gruppe für deren »bedeutende Initiative«. Er referierte anschließend über grundlegende Aspekte der Unterrichtspolitik und kündigte für den Herbst eine neue Bildungskampagne in der Deutschsprachigen Gemeinschaft an, in die auch die Wirtschaft mit eingebunden werde.
Laut Angaben von Joseph Faymonville soll nach der vielversprechenden Premiere auch 2006 der Förderpreis vergeben werden, dann aber, so jedenfalls die ersten Überlegungen, mit verschiedenen Neuerungen wie etwa die Erweiterung des Einzugsgebietes auf die St.Vither Mittelschulen hinaus.
ERGEBNISSE
Die »Academy Awards«
Beim erstmals durchgeführten Wettbewerb der »Treuhand Academy« für Abschlussklassen der St.Vither Mittelschulen wurden jeweils drei »Förderpreise für Lernbegeisterung« vergeben. Nachstehend die Preisträger der »Academy Awards« 2005:
Dritte Preise:
Institut Maria Goretti St.Vith: Christine Arimont für ihre Endarbeit zum Thema »Grenzgänger - Belgier arbeiten in Luxemburg«; Bischöfliche Schule St.Vith: Kathrin Berners: »Kriminologie«; Königliches Athenäum St.Vith: Nadine Kleis: »Ist menschliche Intelligenz messbar?«.
Zweite Preise:
Institut Maria Goretti St.Vith: Christina Bach: »Jugendarbeit in der Deutschsprachigen Gemeinschaft«; Bischöfliche Schule St.Vith: Patrick Schrouben: »Doping im Sport«; Königliches Athenäum St.Vith: Nicole Cornely: »Trisomie 21«.
Erste Preise:
Institut Maria Goretti St.Vith: Anne-Sophie Bouillon: »Alkoholembryopathie und Alkoholeffekte«; Bischöfliche Schule St.Vith: Projektgruppe Biologie-Chemie: »Ökologische Bewertung der Fließgewässer um St.Vith«; Königliches Athenäum St.Vith: Nicole Jost: »Der Nordirlandkonflikt«.
Der Sprecher der Jury, Daniel Weinbrenner, stellte anlässlich der Preisverteilung am Freitagabend klar, dass die genannte Projektgruppe von der Bewertung her keineswegs gegenüber den Einzelbewerbern bevorzugt worden sei
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