Academy Award 2007 – BEGRÜSSUNG

thg-Vorstand Dr. Daniel Weinbrenner:
Bildung bedeutet: einer Sache Gestalt und Wesen geben

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Schülerinnen und Schüler,

„Wirtschaft fördert Lernbegeisterung“, so heißt es in diesem Jahr zum 3. Mal anlässlich unserer Preisverteilung des Treuhand Academy Awards.
 
Ich möchte ganz besonders die Schüler begrüßen, die selbstverständlich heute wieder im Mittelpunkt des Abends stehen, daneben auch die Eltern oder Geschwister, die die Kandidaten begleiten oder sogar aus terminlichen Gründen heute Abend hier vertreten. Wir freuen uns auch über die Unterstützung der Lehrer oder Direktoren, die das durch ihre Anwesenheit heute Abend dokumentieren.



Gewissermaßen auf der anderen Seite unseres Slogans darf ich ganz herzlich einige Unternehmer begrüßen, die mit der thg zusammen den Part „Wirtschaft“ in unserem Motto darstellen.
 
Ein Herzliches Willkommen auch an den Bgm der Stadtgemeinde St. Vith, Christian Krings, sowie den Kabinettschef von Unterrichtsminister Oliver Paasch, Joseph Dries. Ich traue mich, Sie – repräsentativ für hoffentlich viele andere – dem Wort „fördert“ zuzuordnen. Denn Förderung hat auch einiges mit der infrastrukturellen Ausstattung unserer Schulen zu tun, wofür Sie beide, mit natürlich unterschiedlichen Aufgabengebieten und Funktionen, indirekt oder direkt Verantwortung tragen.
 
Bildung macht...

Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich möchte Ihnen einige aus meiner Sicht wichtige Punkte zum Thema Bildung mitgeben. Es handelt sich nicht um den Auszug von irgendwelchen Statistiken oder Studien, sondern um meine ganz persönliche Meinung.
 
Zunächst muss ich Ihnen die Frage stellen: Woher kommt das Wort Bildung? Nach meiner Auffassung, übrigens auch nach der des Duden, hat sich das Wort „Bilden“ im Laufe des 18. Jahrhunderts zum pädagogischen Begriff verflacht. Was hat „Bilden“ denn vorher bedeutet?
Das Wort „Bildung“ kommt aus dem althochdeutschen und hatte die Bedeutung von „einer Sache Gestalt und Wesen geben“, es war ein Begriff aus der handwerklichen und künstlerischen Arbeit. Ist das nicht auch eine äußerst treffende Beschreibung für die Bildung unserer Schüler?! Stellen Sie sich die Arbeit eines Schreiners vor, der ein schönes Möbelstück herstellt, sagen wir einen kleinen Schrank. Hier wird gesägt, gehobelt, geschliffen, angepasst, evtl. schon mal ein Teil neu gemacht, geölt, gestrichen, gewachst usw. Der Schreiner verleiht dem ursprünglichen Holz die Form eines Schrankes. Er gibt dem Holz Gestalt.

Genauso sehe ich das bei der Bildung, im gestalterischen Sinne, unserer Schüler. Ich erlaube mir, Ihnen meine 3 kurzen Thesen zu diesem Thema zu nennen:
 
1. Bildung macht „schön“
Wenn Sie wählen könnten: möchten Sie lieber ein unbehandeltes Stück Holz sein oder eine schönes Möbelstück?
Möchten Sie lieber ein weißes Blatt Papier sein oder ein wunderschönes modernes oder klassisches Gemälde?
Im Gegensatz zu diesen Beispielen haben Sie es selbst in der Hand, etwas aus sich zu machen, sich Gestalt im eigentlichen Sinne des Wortes Bildung zu geben. Sie sind Künstler/Handwerker und Objekt in einem.
 
2. Bildung gibt „Kraft“
Es ist völlig klar, dass die Schule nicht den gleichen Spaß produziert wie eine schöne Fete oder ein geselliges Beisammensein. Aber, Hand aufs Herz: welche Muskeln werden bei Ihnen bei solchen Anlässen trainiert?
 
Bis ein Möbelstück oder ein Bild fertig ist, muss man die Ärmel hochkrempeln, muss seine Arme gebrauchen, muss sich auch mal anstrengen, muss Ehrgeiz entwickeln. Mir scheint es, als ob das heute Vielen sehr schwer fällt. Aber warum soll Lernen, etwas Neues hören, etwas Neues erlernen keinen Spaß machen? Ist es nicht erstrebenswert, seine geistigen Muskeln zu trainieren und das als Freude zu empfinden?
 
3. Bildung macht Lust auf Bildung
Ich möchte hiermit ausdrücken, dass Bildung schon ein Wert in sich ist. Es gibt vermutlich keinen von Ihnen, der nicht schon mal die Frage gestellt hätte: „Wozu ist das gut, wofür benötige ich das später mal?“ Ich bin der festen Überzeugung, dass unsere Schulen einen allgemeinbildenden Auftrag haben, der nicht einer ständigen Rechtfertigung nach dem „Wozu“ bedarf. Grundlagenbildung ist so wie Grundlagenforschung: Erklären und Verstehen geht vor Anwendung.
 
Wir von der Jury hatten in diesem Jahr wieder die Gelegenheit unseren Bildungshorizont etwas zu erweitern. Wir haben einige interessante Sachen gelernt. Einige Beispiele:
1. Wir haben festgestellt, dass einer aus der Jury synästetisch veranlagt ist. D.h. z.B. dass man verschiedene Dinge ständig in Farben vor sich hat, z. B. die Wochentage.
2. Wir haben das Thema „Blindheit“ kennengelernt, wobei uns die mittlerweile zahlreichen Hilfsmittel für Blinde beeindruckt haben.
3. Wir sind optischen Täuschungen erlegen, so dass wir an unserem Sehvermögen zweifelten.
 
Wir freuen uns jedes Jahr aufs Neue auf die Endarbeiten, da sich so unser Horizont auch ein Stück weit vergrößert.
Noch ein kurzer Satz zum „Wir“.
 
Wer ist die TREUHAND-GRUPPE?

Für alle die, die uns noch nicht so gut kennen, darf ich noch einmal kurz unsere Gruppe vorstellen:
- Steuer- und Unternehmensberatung
- Sechs Standorte in Belgien und Luxemburg
- Ca. 80 Mitarbeiter, davon eine Mehrheit mit Hochschul- oder Uni-Studium und konfrontiert mit stetiger Lernnotwendigkeit
- Unser Bereich Academy: Seminare, Workshops, Academy Award, Personalmanagement


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